Social Media und Storytelling in der Live-Kommunikation

#DeBoerDigital bei der Best of Events 2017

Live-Kommunikation via Social Media ist in der Eventbranche nach wie vor das Stiefkind im Marketing. Dabei bietet die Einbindung von sozialen Kanälen wie Twitter, Facebook und/oder Instagram echtes Potenzial, um bei der Zielgruppe Aufmerksamkeit zu generieren – wenn das Storytelling stimmt. Wie das aussehen kann, zeigte sich auf der Best of Events (BoE) 2017 in Dortmund, auf der auch De Boer vertreten war und mit der Kampagne #DeBoerDigital die Messe in die sozialen Netzwerke trug.

Die BoE, die Internationale Fachmesse für Erlebnismarketing, ging mit dem Thema „Digitalisierung“ an den Start. In verschiedenen Panels und auf diversen Bühnen wurde diskutiert, wie sich beispielsweise Virtual & Augmented Reality und soziale Netzwerke in die Eventplanung und -umsetzung einbinden lassen. So beauftragte die Party Rent Group, ein Partner von De Boer, verschiedene Influencer und begleitete die BoE mit einem Instawalk und einer Live-Berichterstattung via Twitter. De Boer selbst hat bereits 2016 sehr gute Erfahrungen mit Influencer-Marketing über Twitter gemacht, als der Zeltverleiher die Warsteiner Internationale Montgolfiade (WIM) von Influencern begleiten ließ. Daher setzte De Boer auch bei der #BoE17 auf den Support von Social Influencern.

Oben: Das #DeBoerDigital Social Media Team auf der #BoE17. 

Oben: Der De Boer #BoE17 Messestand punktete mit zwei Etagen - unten war genügend Platz für Gespräche und das leibliche Wohl, oben fanden die Vorträge statt. 

Wo ist der Vorteil dieser Art der Event-Kommunikation?

Am Beispiel von De Boer zeigt es sich sehr gut: Durch die Zusammenarbeit mit den Influencern auf der Warsteiner Mongolfiade wurden 30 neue Follower auf Twitter, 40 Retweets und 15 Replies generiert. Bei der BoE17 konnte mit dem verwendeten Kampagnen-Hashtag #DeBoerDigital eine Reichweite von rund 271.700 Impressions und rund 35.000 erreichten Accounts erzielt werden. Der eben auch von De Boer und den Social Influencern verwendete Messe-Hashtag #BOE17 landete sogar in den Trending Topics.

Damit zeigt sich, dass Unternehmen a) auf verschiedenen Kanälen ihre Zielgruppen erreichen und b) ihre Fähigkeit, kreative Lösungen auf Events anzuwenden, fruchten, wenn soziale Kanäle eingebunden werden. Aber reicht es aus, nur Twitter- und Social-Media-Experten bzw. -Influencer einzusetzen, um eine Veranstaltung zu begleiten? Natürlich nicht. Eine Idee kann nicht sinnvoll umgesetzt werden, wenn es zuvor keine Strategie, Zielsetzung und Story gibt. An dieser Stelle setzte das Vortragsprogramm von De Boer an. Die verschiedenen Themen und Referenten wie „Gamification“ mit Roman Rackwitz, „Digitales Projektmanagement“ mit Onno Koole oder „Berufliches Trendschnüffeln“ mit Lars Hahn von der LVQ, um nur einige zu nennen, gaben viel Stoff, um darüber zu twittern. Damit konnten verschiedene Anspruchsgruppen erreicht werden, die nicht auf der BoE waren, aber für die die Themen trotzdem relevant sind.

Zwei Beispiele: Lars Hahn ist Experte für Weiterbildung. In seinem Vortrag gab er Tipps, wie sich neue Jobchancen auf einer Messe finden lassen. Dazu gehört beispielsweise weniger auf Visitenkarten zu setzen, sondern lieber das persönliche Gespräch am Messestand zu suchen. Dabei aber das Jobinterview selbst zu führen. Beispielsweise mit Fragen wie „Wie verändert Digitalisierung Ihr Geschäftsmodel?“ oder sehr konkret „Gibt es Bedarf in Ihrem Haus/ Ihrer Branchen?“ Diese sehr expliziten Inhalte eigenen sich hervorragend, um darüber zu twittern. Denn sie bieten eine Hilfestellung, die in nur 140 Zeichen vermittelt werden können. Ebenso der Vortrag von Onno Koole zu „Digitales Projektmanagement“. Dort ging es darum die beteiligten Akteure (Dienstleister und Kunde) in das gemeinsame Projekt einzubinden, um so möglichst zielgerichtet das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Dabei plädierte er dafür den Servicecharakter im Projektmanagement möglichst hoch zu halten, um eine erfolgreiche Customer Journey zu erreichen. Auch hier fand sich ein sehr guter und aussagekräftiger Content, der sich schnell und leicht verbreiten ließ. Insgesamt kann ich sagen, dass gut gewählte Vorträge mit interessanten Referenten lohnenswert sind, um diese via Live-Kommunikation zu begleiten.

Oben: Der Speaker Roman Rackwitz nahm die Besucher mit auf eine Reise durch das Land der digitalen Spiele und informierte unterhaltsam über das Thema der Gamification... 

Oben: ... und erklärte anschaulich dessen (steigende) Bedeutung für die Wirtschaft.  

Oben: Der Weiterbildungsexperte Lars Hahn hatte sich das "Berufliche Trendschnüffeln" für das De Boer Programm auf die Fahne geschrieben und machte deutlich, wie wichtig es ist, die digitalen Tools wie Xing etc. zu nutzen, persönliche Gespräche und Treffen aber nicht zu kurz kommen zu lassen.

Oben: Onno Koole, der Marketingverantwortliche des Corporate Marketings der De Boer Group, zeigte das brandneue De Boer Tool mydeboer.com und machte die Vorteile von digitalem Projektmanagement sichtbar.  

Storytelling: Mehr als nur Geschichten erzählen

Inwieweit passt Storytelling dazu? Zunächst ist wichtig zu klären, was unter Storytelling zu verstehen ist. Im Wort Storytelling sind die Wörter „Story“ (engl. Geschichte) und „telling“ (engl. erzählen) enthalten. Storytelling bedeutet also Geschichten zu erzählen. Darüber hinaus heißt es aber auch Wissen zu teilen, Werte weiterzugeben und Moral und Erfahrungen zu vermitteln. Piet-Harm Sterk ist Inhaber der Amsterdamer Agentur BIND und Filmdirektor sowie Produzent. Seiner Meinung nach ist Storytelling extrem wichtig, weil es in besonderem Maße erlaubt mit der Zielgruppe oder dem Publikum in Kontakt zu kommen. Konkret sagt er, dass Menschen in eine Geschichte involviert und eingebunden werden wollten. Das ließe sich am besten mit interessanten, emotionalen und überraschenden Informationen erreichen. Wie das aussehen kann, zeigte sich in der Zusammenarbeit zwischen De Boer und Piet-Harm Sterk bei dem Projekt der „APM Terminals“ in Rotterdam, das mit dem Eubea Event-Award ausgezeichnet wurde. Der internationale Zeltverleih und Anbieter für mobile Eventlocations und mobile Raumlösungen hat in der Zusammenarbeit mit Sterk zwei mobile Eventlocations geschaffen, die auf einem Ponton mitten im Rotterdamer Hafen zu Wasser 500 Gäste beherbergten. Wichtig dabei war es etwas zu schaffen, das eine echte Herausforderung bietet, und gleichzeitig den Menschen eine Message vermittelt.

Oben: Piet-Harm Sterk der Amsterdamer Agentur BIND machte mit tollen Projektbeispielen eins ganz deutlich: "Digital needs content!"

Es muss nicht immer eine Message bei einer Eventveranstaltung vermittelt werden, aber eine Geschichte erlebbar zu machen, sollte in jedem Fall das Ziel sein. Gleichzeitig zu informieren und zu unterhalten führt dazu, dass eine Veranstaltung bestmögliche Aufmerksamkeit bekommt und in Erinnerung bleibt. Wie genau sah dies auf der BoE aus? Der von dem Social Media-Experten Christoph Müller-Girod geplante und von Lars Hahn umgesetzte Instawalk-Event powered by Party Rent Group hatte das Ziel, Eindrücke von der Messe und den Möbelstücken von Party Rent – einem wichtigen Partner von De Boer – zu liefern. Die sehr stylischen und exquisiten Möbel in Verbindung mit neuen Eventideen zu präsentieren, bildete den Rahmen für die Instagramer. Eindrücke des Instawalks sind auf den Instagramaccounts der Teilnehmer und bei Party Rent zu sehen. Doch nicht nur die kreative Umsetzung der Live-Kommunikation auf Instagram stand auf der Veranstaltung im Vordergrund. Ein wesentlicher und wichtiger Part war ebenso die Live-Berichterstattung via Twitter zu den Vorträgen auf der Bühne von De Boer, hinter deren Storytelling die Agentur Laureamedia steckte. Beide Kommunikationswege zusammen ergaben die Geschichte. Zum einen wurden in Tweets Fakten vermittelt, zum anderen fand die kreative Bildgestaltung auf Instagram statt. Damit wurde eine neue Form des Storytellings für die Eventbranche umgesetzt. De Boer ist hier Vorreiter und Trendsetter. Die Frage ist nun, ob und wann andere Unternehmen der Branche nachziehen. Zu wünschen wäre es, denn das Potenzial ist da. Und wer, wenn nicht die Eventbranche, sollte Live-Kommunikation verstanden haben?

- Ein Gastartikel von Daniela Sprung -

Oben: Ob in der Live Kommunikation oder in der Live-Kommunikation via Social Media von einem Event, was in Erinnerung bleibt, ist euer Schlüssel. 

Über die Autorin: 

Daniela Sprung ist Kommunikationsberaterin, Content-Marketing- & Social-Media-Managerin sowie Bloggerin. Als Pressesprecherin war sie für verschiedene Unternehmen tätig und leitete führend einen Corporate Blog in der Schweiz. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Beratung im Bereich Corporate Blogs und Social Media. Als Kommunikationsberaterin unterstützt sie Unternehmen bei der Konzeption ihrer Blogs und Social-Media-Strategie, der Themen- und Redaktionsplanung sowie bei der Texterstellung. Zusätzlich unterrichtet sie als Dozentin an verschiedenen Bildungseinrichtungen in NRW in den Bereichen Social Media und Blogs und ist als Speaker aktiv.